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2019.03.07 - Zeit Online - Interview with Slash

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Post by Blackstar on Sat Mar 09, 2019 11:09 pm

In German:
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"Ich habe Google-Alerts für Tiere aus dem Mesozoikum"

Slash von Guns N' Roses ist einer der größten Gitarristen der Rockgeschichte. Hier spricht er über Allüren, Bauklötze und die Gefahr, zu viel über Musik nachzudenken.

Interview: Florian Friedman

Als Mitglied von Guns N' Roses spielte Slash, geboren 1965 in London als Saul Hudson, in einer der erfolgreichsten Rockbands und prägte den Sound einer Generation. Sein Rockstarleben kostete er so gründlich aus, dass nach einer Überdosis sein Herz für acht Minuten stillstand. Heute geht es der Gitarrist etwas ruhiger an. Gerade ist Slash mit Myles Kennedy & The Conspirators auf Welttournee. Und nach mehr als einem Vierteljahrhundert getrennter Wege der Bandmitglieder steht jetzt, wie er im Interview verrät, auch ein neues Guns-N'-Roses-Album an.

ZEIT ONLINE: Slash, man erzählt sich, Sie spielten gern mit Bauklötzen.

Slash: Lustig, oder? Als ich in der Rehaklinik war, um trocken zu werden, baute ich, sozusagen als Therapie, Legosets zusammen. Man hat mir das nicht verschrieben, aber ich habe es gemacht, um mich zu beschäftigen. Mittlerweile kaufe ich meinen beiden Jungen oft nur Lego-Bausätze, damit ich Ihnen helfen kann, sie zusammenzubauen.

ZEIT ONLINE: Dinosaurier haben es Ihnen ebenfalls angetan. Was fasziniert Sie an diesen Tieren?

Slash: Bestimmt 70 Prozent aller Jungen lieben Dinosaurier, wachsen aus dieser Phase aber heraus. Das passierte bei mir einfach nicht. Was wahrscheinlich mit dem Monsterfaktor zu tun hat. Ich habe alle Bücher über Dinosaurier gelesen, die ich in die Finger bekam, zeichnete Dinos und studierte alles, was mit ihnen zu tun hatte. Im Grunde beschäftige ich mich seit meinem vierten, fünften Lebensjahr mit Paläontologie. Ich habe mir Google-Alerts für Tiere aus dem Mesozoikum eingerichtet und halte mich über Instagram auf dem Laufenden.

ZEIT ONLINE: Lego, Dinosaurier – was hat das mit Rock 'n' Roll zu tun?

Slash: Das Rockstar-Ding erfinden doch die Journalisten. Es stimmt, Musiker zu sein ist etwas anderes, als einem Nine-to-five-Job nachzugehen. Dazu kommen das Leben auf Tour und die Geschichten, die dort passieren. Wir waren alle schon mal an dem Punkt. Klar, es ist an dem Rockstar-Klischee etwas dran, aber letztlich sind Musiker doch Menschen wie alle anderen auch. Es gibt zwar welche, die alles daran setzen, ihr Image aufrechtzuerhalten. Es hat mich aber schon immer abgetörnt, jemanden zu sehen, der sich mächtiger fühlt, nur weil er plötzlich ein schnelles Auto fährt, einen Pelzmantel trägt oder in einem Privatjet sitzt.

ZEIT ONLINE: Oder eine Gitarre besitzt, die 200.000 Dollar kostet?

Slash: Na ja, gute Gitarren sind halt gute Gitarren. Ich bekenne mich schuldig: Auch ich besitze einige sehr schöne und sehr teure Gitarren. Aber ich benutze sie auch.

ZEIT ONLINE: Ihr Vater gestaltete Albumcover für Neil Young und Joni Mitchell; Ihre Mutter war Kostümdesignerin. So kamen Popstars wie zum Beispiel David Bowie zu Ihnen nach Hause, als Sie noch jung waren. Hat Ihr Umgang mit der eigenen Prominenz etwas damit zu tun, wie Sie aufwuchsen?

Slash: Als Kind hat man ja nicht wirklich etwas, mit dem man sein eigenes Leben vergleichen kann. Wenn ich zurückblicke, bin ich aber glücklich, in so einem künstlerischen Umfeld aufgewachsen zu sein. Ich ging allerdings die meiste Zeit auf eine staatliche Schule – da passte ich nie so richtig rein, weil ich eben nicht aus einer typisch amerikanischen Mainstream-Familie kam.

ZEIT ONLINE: Ihre Welt war stattdessen von Musikern und Künstlern bevölkert.

Slash: Ja, aber dass viele davon ziemlich bekannt waren, fiel mir damals gar nicht auf. Ich lernte intelligente, in einigen Fällen würde ich sogar sagen intellektuelle Menschen aus der Gegenkultur kennen, die sich gegen das Establishment stellten. Verdammt coole Leute, die später zu meinen Helden wurden. Ich sah aber auch jede Menge schillernde Arschlöcher, die dachten, die Welt sei ihnen etwas schuldig. So wollte ich nie werden.

ZEIT ONLINE: Verspürten Sie manchmal in der Schule den Wunsch, ein gewöhnlicheres Kind zu sein?

Slash: Das kann ich schlecht sagen. Ich hatte immer lange Haare und lief in Jeans und T-Shirts herum, nie in Lacoste-Hemden wie andere. Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich, als wir in die USA zogen, mich sehr anstrengte, meinen englischen Akzent loszuwerden.

ZEIT ONLINE: Ihre Eltern haben Sie nach Saul Steinberg, einem Illustrator und Karikaturisten, benannt, der unter anderem viel für das Magazin The New Yorker arbeitete. Mögen Sie diesen Künstler?

Slash: Ich finde ihn fantastisch. Aber bei meinem Namen hatte ich natürlich kein Mitspracherecht. Steinberg war ein Lieblingskünstler meines Vaters, daher kannte ich auch seine Arbeiten sehr gut. Aber ich wusste lange nicht, dass er es war, nach dem man mich benannt hatte. Zuerst hieß es, ich sei nach König Saul benannt worden. Als mein Vater mir dann von Steinberg erzählte, ergab alles plötzlich viel mehr Sinn.

ZEIT ONLINE: Sie selbst zeichnen auch.

Slash: Aber nur zum Spaß. Ich habe das erste Guns-N'-Roses-Logo entworfen, unsere ganzen Flyer – und meine Tattoos. Das Meiste entstand früher aus Notwendigkeit: Es diente meiner musikalischen Karriere. Jetzt zeichne ich nur noch, wenn ich Lust habe, ein bisschen zu kritzeln. Kunst zu machen, um damit mein Leben zu bestreiten, hätte ich mir nie vorstellen können. Es war nur etwas, von dem ich wusste, wie es geht. Andererseits habe ich lange auch gar nicht vorgehabt, Musiker zu werden. Obwohl Musik ständig Teil meines Lebens war.

ZEIT ONLINE: Es macht ja aber auch einen großen Unterschied, ob man Musik hört oder spielt.

Slash: Ja, das ist etwas ganz anderes. Ich glaube, Keith Richards hat es am besten formuliert, als er sagte: "Wenn du ein Instrument spielst, verlierst du das Recht, Musik richtig zu hören." Man hört als Musiker aus einer viel subjektiveren Perspektive.

ZEIT ONLINE: Kann das stören? Etwa, weil Sie ein Lied eigentlich mögen, aber den Klang des Gitarrenverstärkers nicht ausstehen können?

Slash: Nein, wenn ich etwas nicht mag, hat das nichts damit zu tun, dass ich Gitarre spiele. Es würde mich immer noch auf dieselbe Weise berühren. Aber davon abgesehen analysiert man Musik natürlich viel zu sehr. Als Musiker führt man eine musikalische Autopsie an allem durch, was man sich anhört.

ZEIT ONLINE: Zu welcher Art Musiker gehören Sie: zu jener, die das Performen bevorzugt, sei es im Proberaum oder auf der Bühne, oder zu jener, der es vor allem darum geht, im Studio ein Werk zu erschaffen?

Slash: Definitiv nicht zu letzterer Sorte. Als ich mit 14 Jahren anfing, Gitarre zu spielen, beeinflussten mich vor allem Livealben. Das lag erst einmal daran, dass ich wenig Geld hatte und mir mit dem Kauf einer Live-LP auf dem günstigsten Weg einen Überblick über das gesamte Material eines Künstlers verschaffen konnte. Mich packten aber auch das Gefühl und die Spannung eines Konzerts. Das blieb dann für immer mein Mittelpunkt. Ich mag es, Songs zu schreiben, und ich arbeite auch gern im Studio, aber es ist für mich nur ein Mittel zum Zweck. Ich bin keiner, der sich lange Zeit akribisch mit einem Lied beschäftigen kann. Ich ziehe Spontaneität vor. Was ein Vor-, aber auch ein Nachteil sein kann.

ZEIT ONLINE: Warum ein Nachteil?

Slash: Weil man manchmal mehr mit einem Song erreichen könnte, wenn man die Geduld hätte, lange daran zu feilen. Ich verliere aber, sobald der erste Funken erloschen ist, das Interesse. Live ist das anders: Selbst wenn du einen Song schon eine Million Mal gespielt hast, gibt es noch Wege, anders an ihn heranzugehen.

ZEIT ONLINE: Und wenn Sie dann improvisieren, kommt nicht die Furcht auf, vielleicht eine Richtung einzuschlagen, die sich als Irrweg herausstellt?

Slash: Das passiert. Aber man muss dieses Risiko eingehen. Auf der Bühne zu improvisieren, bedeutet für mich, als Musiker zu wachsen.

ZEIT ONLINE: Dieser Fokus auf die Improvisation – das klingt fast nach einem Jazzmusiker.

Slash: Ja, und es gibt ohne Frage einige verdammt geniale Jazzgitarristen, die ich über die Jahre für mich entdeckt habe. Ich liebe die Fähigkeit, aus dem Bauch heraus zu spielen.

ZEIT ONLINE: Aber mögen Sie Jazz auch als Musikgenre?

Slash: Ich bin kein großer Jazzfan. Interessant, dass Sie das ansprechen. Ich konnte mal mit Ray Charles arbeiten. Für den Film Ray habe ich mit seiner Band alte Standards aufgenommen. Einige der Akkorde, die da gespielt werden sollten, kannte ich gar nicht. Weil alles schnell vonstattengehen sollte, schrieb man sie mir auf, und ich ging nach Hause, um zu üben. Als ich am nächsten Tag wieder ins Studio kam und spielte, sagte Ray nur: "Das ist nicht so dein Ding, oder?"

ZEIT ONLINE: Machen Sie sich eigentlich manchmal Gedanken darüber, worin die Chemie zwischen Musikern besteht?

Slash: Ich versuche, nicht an so etwas zu denken. Grübeln ist für einen Musiker nicht wirklich förderlich. Man denkt eh schon zu viel: zwischen zwei Konzerten, im Bus, Flugzeug oder Studio … Wenn man dann mit einer Rock-'n'-Roll-Band auf der Bühne steht, ist es am besten, nicht zu überlegen. Oder zumindest so wenig wie möglich. Zu hören, was man tut, bevor man es tut – das ist die Fähigkeit, nach der wir alle streben. Das heißt: sich musikalisch so leicht zu verständigen wie beim Sprechen.

ZEIT ONLINE: Bis Mitte August sind Sie noch mit Myles Kennedy & The Conspirators auf Welttournee. Welche Pläne haben Sie für die Zeit danach?

Slash: Wenn ich wieder zu Hause bin, setze ich mich mit den Jungs von Guns N' Roses zusammen, und wir werden uns gemeinsam auf ein neues Album konzentrieren.

ZEIT ONLINE: Sie haben bis jetzt noch nicht daran gearbeitet?

Slash: Nein, aber ich weiß, dass alle Beteiligten diese Platte wirklich machen wollen. Wir sprechen darüber, und Axl hat auch schon einen Haufen Material, das er allein produziert hat. Ich glaube, wir sind in hervorragender Form, um loszulegen.

https://tinyurl.com/y68mt2xe
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Post by Blackstar on Sat Mar 09, 2019 11:12 pm

Translation of the last two questions by RageKage at mygnrforum.com:
ZEIT ONLINE: Until mid August you're on world tour with SMKC. Do you have plans for the time after that?

Slash: When I'm back home, I will sit down with the guys in guns n roses and focus on a new record.

ZEIT ONLINE: You haven't worked on it yet?

Slash: No, but I know everyone involved wants to do this record. We're talking about it and Axl already has a ton of material which he produced himself. I think we're in a phenomenal form to get started.
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